Wake up & Paint – Workshop mit Helen Dardik in Rotterdam 2019

Es ist schon einige Zeit her: im Juni 2019 scrollte ich durch eine meiner Lieblingsapps – natürlich Instagram – und blieb an einem Post von Helen Dardik hängen. “Live Painting Workshop in Rotterdam” schrieb sie zu dem Bild mit einem ihrer markanten Malereien.

Ich folge Helen Dardik schon lange und liebe ihre farbenfrohen Bilder, gemalt mit Aquarellfarben und Acryla Gouache. Die Figuren die sie mit ihrem Pinsel zum Leben erweckt sind nicht nur total bezaubernd sondern auch charakteristisch für ihre Arbeiten.

Auch wenn Rotterdam nicht direkt um die Ecke ist, musste ich sofort nachschauen wann und wo dieser Workshop stattfinden sollte. Sie lebt in Kanada, somit ist es für mich nicht selbstverständlich die Möglichkeit zu haben an einem ihrer Workshops teilzunehmen.

Terminkalender gecheckt, mit dem Mann geklärt ob wir das nicht mit einem Wochenendtrip nach Rotterdam kombinieren wollen und schwupps hatte ich meinen Platz in ihrem Workshop “Wake up & Paint” Anfang August 2019 gebucht.

Ihr glaubt nicht wie aufgeregt ich war! Mit Aquarellfarben male und arbeite ich sehr gerne, im Studium und auch danach war es mein Medium Nummer 1.

Um Neues dazuzulernen nehme ich gerne an Workshops und Onlinekursen anderer Künstler und Kreativer teil.

Jede:r Künstler:in hat eine eigene Bildsprache
und ich finde es enorm bereichernd,
wenn ich in diese kreative Welt
dieser Menschen eintauchen darf.

Und nicht nur das, wir – die Workshop-Teilnehmer:innen – hatten auch die Möglichkeit die Acryla Gouache Farben von Holbein (*Affiliate-Link) zu testen. Gerade bei den amerikanischen Designern und Illustratoren sieht man diese Farben sehr häufig, hier in Deutschland sind sie nach wie vor nur schwer zu bekommen.

Im Frühjahr 2019 waren wir ein paar Tage in New York und dort habe ich mir natürlich ein paar Acryla Gouache Farbtuben in meinen Lieblingsfarben gegönnt. Doch wie das dann so ist, ich habe mich vorher nicht so richtig getraut sie zu benutzen. Denn günstig sind sie nicht und vielleicht kennst du ja das Gefühl genau dann besonders vorsichtig im Umgang mit dem Material zu sein. Also erstmal in die Schublade gelegt.

Am Veranstaltungsort des Workshops angekommen war die Nervosität fast verflogen. Vielleicht fragst du dich jetzt jetzt warum ich nervös war? Naja… Helen inspiriert mich sehr, ihr zuzusehen und zu lauschen wenn sie von ihren Erfahrungen und Tipps spricht… OMG.

Dazu kommt das ich zwar sehr gut Englisch verstehe, aber mich kaum traue zu sprechen. Ich wusste also das es mich Überwindung kosten würde mich mit ihr und den anderen zu unterhalten. Hat aber alles geklappt! Mal wieder vorab zu viele Gedanken gemacht. ;)

Helen und ihre Familie hatten den Workshoptisch reichlich mit frischen Blumen dekoriert und sehr viel Liebe ins Detail gesteckt. Einige der arrangierten Blumen kannte ich noch gar nicht und ich war wirklich fasziniert von dieser Blütenpracht in so wunderbaren Farben. Dieser Duft in dem Raum war einfach herrlich!

Zu Beginn wollte Helen uns alle erstmal kennenlernen, so stellten wir uns alle nacheinander vor. Es waren Hobbykünstler, Profis und absolute Anfänger dabei.

Aus meinen eigenen Kreativworkshops (neue sind in Planung) weiß ich wie spannend es ist, wenn so eine bunt gewürfelte Gruppe zusammen arbeitet. Ganz ehrlich, es gibt nichts Schöneres als zu sehen wie man sich gegenseitig inspiriert und mit Tipps und Anregungen weiterbringt!

Während des gesamten Workshops war Helen wirklich so superlieb und großzügig mit ihren Tipps, dass man das Gefühl hatte sich mit einer Freundin zu unterhalten. Wir durften hemmungslos alle Farben und Pinsel benutzen die sie mitgebracht hatte.

Sie erzählte uns das sie nach jedem 3. bis 4. Bild ihre Pinsel (mit Synthetikhaaren) komplett austauscht da sie nicht zimperlich mit ihnen umgeht und sie entsprechend dann einfach sehr schnell ein wenig zerfleddert aussehen. Im Vergleich zu den Preisen in Kanada sind die europäischen Künstlerbedarfsläden aber wohl teurer, zumindest empfand sie die Preise in Holland sehr hoch für einen Satz Pinsel.

Es fiel ihr außerdem auf das in Rotterdam die Luftfeuchtigkeit höher ist, denn sie hatte für ihre Werke mehr Zeit als zu Hause. Die Farben trocknen einfach sehr viel langsamer bei hoher Luftfeuchtigkeit und das ist auch ausschlaggebend für die fertigen Malereien mit Aquarellfarbe und Gouache.

Ich fand auch gut das Helen den Hinweis gab, dass die Acryla Gouache Farben von Holbein (*Affiliate-Link) quasi wie Plastik sind. Darüber muss man sich im Klaren sein, wenn man damit arbeitet. Vor allem bei der Entsorgung sollte man darauf achten die Farben nicht einfach über den Abfluss zu entsorgen. Lieber mit einem Küchentuch abwischen oder warten bis es komplett auf der Palette getrocknet ist, um die Farbreste abzuschaben.

Der wertvollste Tipp war folgender:
CREATE BEFORE CONSUME!

Eine Workshopteilnehmerin fragte Helen wie sie es schafft so viele Kunstwerke zu gestalten. Ihre Antwort war das sie mindestens drei Stunden am Morgen nutzt, um kreativ zu sein. In der Zeit entstehen ihre wunderschönen Malereien mit bunten Blumen und zauberhaften Charakteren.

Erst dann geht sie online und öffnet Instagram. Dort lädt sie dann Fotos und Videos ihrer Arbeiten hoch oder tauscht sich mit ihren Freunden und Kollegen aus.

Ihr könnt mir glauben, ich hing an ihren Lippen! Das sprach mir so aus der Seele und man merkte an jeder ihrer Bewegungen und mit jedem Wort das sie sprach, dass sie voll in ihrem Element und absolut Null abgelenkt ist.

Definitiv eine Einstellung von ihr, die mich wieder dazu inspirierte mehr bei mir zu bleiben und erstmal für mich zu sein, bevor ich mich in die Welt des Digitalen stürze. Vielleicht erkennst du dich auch wieder? Ich bin morgens schon so voll von Input den ich mir unbewusst durch das Scrollen auf verschiedenen Plattformen hole das ich selbst nicht mehr weiß, was ich eigentlich machen wollte.

Bei ihrem Workshop lernte ich also nicht nur etwas über ihre Art zu malen und mit Kreativität umzugehen, sondern auch das es existenziell wichtig ist eine eigene kreative Routine für meine Arbeit zu finden.

Mir diese Zeit frei zu schaufeln
ist für mich ein Zeichen von Selbstliebe.

Auch wenn dieser Workshop leider schon wieder zwei Jahre her ist, ihr humorvolles Wesen und ihre Ausstrahlung wirken definitiv nach!

Wie sie den Pinsel mit der Farbe über das Papier führte war sehr meditativ zu beobachten. Ich liebe es ja anderen dabei zuzuschauen wie sie arbeiten, dabei komme ich selbst meistens eher weniger dazu etwas zu schaffen. Früher fand ich das immer ziemlich blöd aus einem Workshop raus zu gehen und quasi Nichts kreiert zu haben. Mittlerweile kenne ich mich selbst aber so gut das es für mich total ok ist mit vielen Eindrücken und einem vollem Herzen wieder nach Hause zu gehen.

Was sagte Helen noch: Do it everyday!
It doesn´t matter if you have time
for 5 minutes, 20 minutes or 3 hours.

Genau das habe ich auch in meiner Kolumne rund um Kreativität vor kurzem angesprochen. Da habe ich mir mal die Aussage “Kreativität ist ein Muskel den man trainieren muss” vorgeknöpft und mich gefragt, ob das wirklich so ist.

Oder auch die #20tagekleineoriginale Challenge hat genau das im Fokus: einfach mal ein paar Minuten mit den Farben spielen und das 20 Tage lang. (Abonniere meinen kostenlosen Newsletter um die nächste Runde der #20tagekleineoriginale Challenge nicht zu verpassen.)

Der Tag mit Helen Dardik verging wie im Flug und ich hatte am Ende nur noch einen Wunsch: ein kleines von Helen gemaltes Bild! Ein Original für meine Motivationswand im Studio. Diesen Wunsch hat sie mir erfüllt und ich erfreue mich jeden Tag an dem Bild, welches sie für mich gemalt hat.

Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Workshop den ich buchen werde. Um neue Techniken und andere Kreativlinge kennenzulernen. Wer inspiriert dich und wem würdest du gerne mal bei der Arbeit über die Schulter schauen?

Kreative Grüße,
Julia

Hinweis: Die abgebildeten Illustrationen sind von Helen Dardik erstellt und nicht von mir. Ich teile hier lediglich meine Learnings aus dem Workshop mit dieser wunderbaren Künstlerin beim Workshop in Rotterdam.

Links die ich mit einem *Sternchen kennzeichne sind Affiliate-Links. Wenn ihr darüber einkauft bekomme ich einen Miniprozentsatz gutgeschrieben, ihr bezahlt dabei keinen Cent mehr. Davon kann ich dann Arbeitsmaterial für meinen Blog bezahlen, z.B. Malutensilien, Werkzeuge, Software usw. Vielen Dank für deine Unterstützung.

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